Informationen für den Waldbesitzer
Rettungstreffpunkte für Notfälle im Wald


Bei Unfällen und anderen Notfällen im Wald sind Rettungstreffpunkte für schnelle Hilfe unverzichtbar. Im Rahmen des Projekts "Rettungskette Forst" wurden in Bayern 12.000 solcher Rettungstreffpunkte festgelegt, einheitlich beschildert und eindeutig gekennzeichnet.
In Stadt und Landkreis Coburg gibt es jetzt 128 und im Landkreis Lichtenfels 83 Rettungstreffpunkte für einen schnellen Zugang der Rettungskräfte zum Notfallort im Wald.
"Achtung – Baum fällt!"
Waldarbeit ist trotz aller Fortschritte beim Arbeitsschutz eine sehr gefährliche Tätigkeit, insbesondere bei der Arbeit mit der Motorsäge oder der Seilwinde. Die Unfälle sind oft schwer, manchmal lebensbedrohlich und erfordern schnellste notärztliche Versorgung. Nicht nur Waldarbeiter, Forstunternehmer und Brennholzselbstwerber, auch Spaziergänger, Mountainbiker, Jäger oder Jogger können bei Notfällen im Freizeitbereich das Rettungssystem in Anspruch nehmen.

Warum Rettungstreffpunkte?

02 Rettungsassistent Und Bergwachtmitarbeiter Bei Der ErstversorgungZoombild vorhanden

Rettungskräfte bei der Versorgung des Unfallopfers

Arbeitsunfälle und andere Notfälle von Waldbesuchern im Wald ereignen sich oft in sehr abgelegenen, wenig erschlossenen und schwer zugänglichen Gebieten ohne Straßennamen oder markante Gebäude in der näheren Umgebung. Diese Orte sind in einer Notfallsituation schwer zu beschreiben. Zentraler Bestandteil der „Rettungskette Forst“ sind daher ausgeschilderte Rettungstreffpunkte. Sie sind wie weitere eindeutig zu findende "Adressen", die die Rettungsdienste schnell und zuverlässig finden und erreichen können. Natürlich können gleichberechtigt auch weiterhin andere markante Treffpunkte wie Straßenkreuzungen, Brücken, Dorfeingänge, Kirchen und Kapellen, Denkmäler, Park- und Sportplätze, Aussiedlerhöfe, Feldscheunen etc. vereinbart werden.

Wie wurden die Rettungstreffpunkte ausgewählt?

Die Forstrevierleiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Coburg haben die Standorte der Rettungstreffpunkte im Privat- und Kommunalwald strategisch möglichst günstig ausgewählt. Im Staatswald haben die Bayerischen Staatsforsten diese Aufgabe übernommen. Das Rettungssystem besteht somit einheitlich und flächendeckend über alle Waldbesitzarten hinweg.
Die Rettungstreffpunkte müssen ganzjährig, also auch bei Schnee und Eis, erreichbar sein. Sie liegen daher meist an öffentlichen Straßen, an denen Rettungskräfte ihre Fahrzeuge oh-ne Selbstgefährdung abstellen können. Die Schilder wurden mit Unterstützung der Städte und Gemeinden aufgestellt.
Die Rettungstreffpunkte sind im Leitsystem der Integrierten Leitstellen enthalten, sodass Notarzt, Rettungsdienst und Feuerwehr und bei Bedarf auch die Bergwacht punktgenau navigiert werden.

Rettungsablauf

Ein schwerer Unfall ist passiert – Kopfverletzung, allergischer Schock, stark blutende Wunden, Bewusstlosigkeit – alles ist vorstellbar. Zuerst muss der Verletzte erstversorgt werden. Dann wird der Notruf abgesetzt (112), bei dem der nächstliegende Rettungstreffpunkt vereinbart wird. Im Idealfall begibt sich nach dem Absetzen des Notrufs ein ortskun-diger Begleiter des Verunfallten zum Rettungstreffpunkt. Er lotst die Rettungskräfte von dort aus schnell und zuverlässig zum Unfallort. Ist der Notarzt beim Verletzten angekommen, wird dieser professionell versorgt und stabilisiert. Wenn notwendig, organisiert der Einsatzleiter Rettungsdienst für den sicheren Abtransport des Unfallopfers zusätzliche Helfer der Feuerwehr oder Bergwacht: Diese werden auch vom Rettungstreffpunkt aus eingewiesen.
Erprobung im Landkreis
Bei Rettungsübungen in den Landkreisen Coburg und Lichtenfels hat das AELF Coburg in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Meeder, der Stadt Weismain, der Integrierten Leitstelle in Ebersdorf b. Coburg und den Kreisverbänden des Bayerischen Roten Kreuz sowie der Bergwacht den Ernstfall geprobt, mit guten Ergebnissen.

Vorsorge tut not!

Auch nach Einführung der "Rettungskette Forst" ist es überlebenswichtig, bei der Waldarbeit nicht alleine, sondern mindestens zu zweit, wenn möglich sogar zu dritt unterwegs zu sein. Nur so kann eine Person beim Verunfallten bleiben, während sich eine weitere Person zum Rettungstreffpunkt begibt. Zusätzlich sollten Familienmitglieder oder Freunde wissen, wo man im Wald arbeitet. Persönliche Schutzausrüstung und Verbandsmaterial sind unbedingte Begleiter. Das Mobiltelefon hilft nur, wenn es einsatzbereit ist und Netzabdeckung besteht. Zu wissen, wo der nächste Rettungstreffpunkt liegt und welche Nummer er hat, kann Leben retten.

Wie findet man den richtigen Rettungstreffpunkt?

Informationen rund um die Rettungstreffpunkte

Die Rettungstreffpunkte sind im Gelände beschildert und im Internet einsehbar - als Karte oder Shape-files.

Rettungskette Forst - Staatsministerium Externer Link

Die Smartphone-App "Hilfe im Wald" steht kostenlos zum Download zur Verfügung. Waldbesitzer und Waldbesucher können mittels GPS-Navigation Rettungstreffpunkte finden und selbst gefunden werden, auch wenn Sie sich vorher nicht über die Lage des nächsten Rettungstreffpunktes erkundigt haben. Die Software zeigt die Bezeichnung, Entfernung und Richtung zum ausgewählten Rettungspunkt.
Flyer zum Bestellen
Der Flyer "Richtig Retten" steht zum Download bereit unter:

Flyer "Richtig Retten" - Bestellen.Bayern.de, Bayerische Staatsregierung Externer Link